Kaffeezubereitung als Hand-Werk

Kaffeezubereitung wird heute auf vielfache Weise zelebriert. Und so erfreut sich auch Handarbeit noch immer (oder immer wieder neu) großer Beliebtheit.

Hier ein Überblick:

Die Cafétiere
(Auch Pressstempelkanne oder French-Press-Can)
Brühen wird mit Aromaextraktion kombiniert. Kaffeepulver mit heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser übergießen, nach ca. 4 Min. den Stempel mit dem Sieb aufsetzen und langsam nach unten drücken. Das Sieb sorgt für die Trennung von Wasser und Kaffee und stoppt die Extraktion von Aromastoffen. Der Kaffee sollte zeitnah getrunken werden, weil er in der gläsernen Kanne rasch auskühlt. Geschmack: Kräftiges Aroma. Die beste Bohne? Dunkle Röstungen, grob gemahlen.

Der Percolator
(Espressokanne, die eigentlich keinen echten Espresso zubereitet)
Sie nutzt das Dampfprinzip der Espressoherstellung, ohne jedoch den nötigen Druck zu erreichen. In den unteren Teil der Kanne kommt Wasser und der Siebeinsatz für das Kaffeemehl. Der Auffangbehälter für den Kaffee wird auf den unteren Teil geschraubt. Auf einer Herdplatte wird das Wasser im Percolator zum Kochen gebracht. Durch ein Steigrohr wird der Wasserdampf durch das Kaffeepulver hindurch nach oben gepresst, wo er leicht abkühlt und sich, zusammen mit den gelösten Aromastoffen, als Kaffee niederschlägt. Geschmack: vergleichbar mit einem Espresso, jedoch ohne Crema. Die beste Bohne? Espresso-Mischungen, sehr fein gemahlen.

Cona-Kanne
(Glaskolben-Kaffeemaschine)
Wer das Kaffeekochen wahrhaft zelebrieren möchte, bedient sich solch eines kleinen Schmuckstücks. In den unteren Glaskolben wird Wasser gefüllt, in den oberen Kaffeepulver. Wird das Wasser nun über einem Spiritusbrenner erhitzt, steigt es durch ein inneres Glasrohr in den oberen Kolben und mischt sich dort mit dem Kaffeepulver. Ist alles Wasser verkocht, wird die Flamme gelöscht, der untere Kolben kühlt ab und es entsteht ein Unterdruck, der den Kaffee nach unten saugt.
Geschmack: kräftig, volles Aroma. Die beste Bohne? Für alle Kaffeesorten geeignet.

Porzellan-Kaffeefilter
Das manuelle Aufbrühen, wird es richtig gemacht, ist für viele Kaffeefreunde (und übrigens auch für manchen professionellen Kaffeetester) heute noch immer die Methode der Wahl. Das Kaffeepulver in einem Papierfiltereinsatz wird dabei zunächst mit einem kleinen Schwall Wasser (idealerweise 85-90°C) überbrüht und soll nun etwa 20 Sek. quellen. Dann wird das Wasser in kleinen Mengen schwallartig nachgegossen. Ein Vorgang der insgesamt etwa 5 Min. dauern sollte, so werden die besten Geschmacksergebnisse erzielt. Geschmack: klarer Kaffee, ohne Öle. Die die beste Bohne? 100% Arabica-Sorten

Karlsbader Kanne
Die Karlsbader Kanne filtert mit einem Porzellansieb und garantiert so ein immer unverfälschtes Aroma. Die Karlsbader besteht aus Kanne, Brühaufsatz mit 2 Sieben und Deckel. Das Kaffeepulver kommt in den oberen Teil und wird dort mit heißem Wasser langsam aufgebrüht. Von dort aus läuft der Kaffee dann in die untere Kanne, die sehr gut vorgewärmt sein sollte, damit er nicht so schnell abkühlt. Hier ist der Mahlgrad des Kaffees sehr wichtig: je grober, desto besser. Grießkorngröße ist ideal.
Geschmack: kräftig, unverfälscht, mit großem Volumen. Die beste Bohne? Hochwertige Arabica-Sorten, sehr grob gemahlen.

Napoletana
(Wendekanne)
Ihre Methode ist so einfach wie genial, denn die Napoletana besteht aus nur 2 Metallteilen, die miteinander verschraubt werden: einem Wassertopf und einer Kaffeekanne mit Filter, beide jeweils mit einem Henkel. Kocht das Wasser im unteren Behälter, wird die Kanne einfach gewendet, also praktisch auf den Kopf gestellt. Nun läuft das Wasser durch den Filter und extrahiert den Kaffee in die dafür vorgesehene Kanne. Hier kann er allerdings sehr schnell auskühlen, so dass sich der unmittelbare Genuss empfiehlt.
Geschmack: kräftig. Die beste Bohne? Je hochwertiges, desto besser, Mittelfeiner Mahlgrad

Ibrik oder Cezve
(Mokkakanne)
Ursprünglicher kann die Zubereitung von Kaffee nicht sein. In dieser innen verzinnten Messing- oder Kupferkanne (die im arabischen Raum verschiedene Namen hat) wird Wasser mit ganz fein gemahlenen Kaffeepulver und Zucker vermischt und aufgekocht. Die Kanne wird von der Hitzequelle genommen, wenn der Kaffee schaumig nach oben steigt. Je nach Geschmack wird er sofort ausgeschenkt oder ein bis zwei weitere Male aufgekocht und dann schlürfend getrunken.
Geschmack: sehr stark, sehr süß und unvergleichlich. Die beste Bohne? Alle Arabica-Sorten, helle oder dunkle Röstungen, staubfein gemahlen