Kaffee gehört zu den wichtigsten Gütern des Welthandels. Jedoch ist er für die Kaffeebauern auch ein sehr arbeitsintensives Produkt, das sehr viel Engagement, Leistung und Energie erfordert. Die Gewinne sind gering und auch die starken Schwankungen des Weltmarktpreises, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen, tun ein Übriges.

Im Oktober 2001 war der Kaffeepreis so niedrig wie seit 30 Jahren zuvor nicht mehr – mit verheerenden Folgen für die Kaffeebauern und ihre Familien. Praktisch über Nacht brach der gesamte Kaffeemarkt zusammen und die Bauern bekamen für ihre Erträge weniger als 50 US-Cent pro Pfund. Zahllose Kaffeebauern von Südamerika bis Fernost verloren ihre Arbeit. Ihre Kaffeesträucher, bis zu diesem Zeitpunkt Garanten für ihr Einkommen, waren auf einmal wertlos. Die Krise zeigte deutlich, wie verwundbar gerade die kleineren Kaffeebauern sind, und dass sie kaum in der Lage sind, am internationalen Markt zu bestehen.

Grund für die Krise war vor allem eine Überproduktion von Kaffee. 2002 wurden weltweit acht Prozent mehr Kaffee produziert als konsumiert wurde. Die Folge der Kaffeekrise glich einem wirtschaftlichen Desaster für viele Kaffeeländer. Über 100 Millionen Menschen, so die Schätzungen, waren von der Krise betroffen. Die Menschen mussten hungern und auch die Regierungen hatten keine Gelder mehr zur Verfügung, die z.B. in Bildung und Gesundheit hätten investiert werden können.

Bis 2009 haben sich die Kaffeepreise wieder weitgehend stabilisiert. Trotzdem sind die Kaffeebauern weiter mit schwankenden Preisen konfrontiert, aus Gründen, auf die sie keinerlei Einfluss haben. Da es vier Jahre dauert, bis ein Kaffeestrauch überhaupt die ersten Früchte trägt, ist es für die Bauern schwierig, auf Veränderungen am Markt zu reagieren.

 

Auch dies ist Kaffeewissen: Um das Leben von Kleinbauern sowie Beschäftigten auf Plantagen, die in den ärmsten Ländern der Welt leben, nachhaltig zu verbessern, wurden die Fair Trade Standards entwickelt.

 Bereits 1,6 Millionen Bauern, Bäuerinnen, Arbeiter und Arbeiterinnen in 70 Ländern können heute vom Fairen Handel profitieren.